Der Hitlerbart [Exkurs]

Da ich zurzeit, auf der Suche nach Unis, in Berlin verweile und es in der Zeit zwischen den Terminen wenig zu tun gibt, lese ich sehr viel. Da ich zwischendurch anscheinend gelangweilt wirkt einen kleinen Bildband, der die Geschichte des Stadtteils Schöneberg im Laufe des letzten Jahrhunderts behandelt.

Was mir beim Durchblättern so auffiel: Erstaunlich viele der Herrschaften tragen einen kleinen Streifen Bart unter der Nase, und das auch noch deutlich vor 1930. Steckt hinter dem kleinen Fellfetzen unter dem Gesichtserker vielleicht doch mehr Geschichte, als es uns fast stündlich aus N-TV Reportagen entgegen bellt?

Meine Suche beginnt auf Google (wo auch sonst) die viel sagende Eingabe „Die Geschichte des Würfelbärtchens“ bringt mir einen ganzen Eintrag ein, das muss besser gehen!

Also paraphrasieren wir ein wenig das Googeln des Wortes „Hitlerbärtchen“ bringt stolze 13.600 Treffer darunter auch der Wikipedia Eintrag zum Thema Schnurrbart. Nachdem ich damit fertig war über das Bild zum Clark Gable Bart zu lachen, gab sich der Artikel dann auch sehr ergiebig:

Der kleine Rotzbremser nennt sich offiziell Zweifingerbart und bappte nicht nur an Hitlers Fresse sondern unter anderem auch an der Charlie Chaplins [1898-1977], Friedrich des Erstens und paradoxerweise auch an der Otto Heinrich Franks [1889-1945] (Vater einer gewissen Anne Frank), sowie der des ehemaligen israelischen Premiers Yitzhak Shamir [1915-2012].

Da der berühmteste Träger aber alle anderen überstrahlt, ist der Zweifingerbart als Nazi-Bekenntnis verschrien. Dämlich aussehen tut er schon, dass sich vielleicht wenigsten ein paar Hipster für ihn begeistern könnten, und wahrscheinlich schon tun.

Dennoch dürfte sich der Zweifinger im Gegensatz zu übergroßen Brillen ohne richtige Gläser und ähnlichen sinnlosen Fashiontrends, nicht unter V-Auschnittstragenden Freizeit Obdachlosen durchsetzen; dafür ist er dann doch zu brisant.

In Deutschland dürfte das sowieso nicht weiter relevant sein, wenn man sich so den Selbstversuch eines Stern-Autors durchliest, merkt man, dass die Reaktionen von Befremdung bis zu direkter Anfeindung reichen, man sich aber so oder so zum sozialen Querschläger macht.

 

So das war’s dann mit dem bärtigen Geschichtsunterricht, ich geh mir dann mal den Bart trimmen…

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Das tolle Titelartwork zu diesem Artikel kommt übrigens von Simen Meyer dessen ebenso tolle restliche Arbeit ihr euch -HIER- ansehen könnt!

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